Polizei überwacht Dortmunder Hauptbahnhof mit neuen Kameras
Polizei überwacht Dortmunder Hauptbahnhof mit neuen Kameras, Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

In Dortmund registriert die Polizei eine deutliche Zunahme schwerer Straftaten. Messerangriffe, Überfälle und Drogendelikte häufen sich, besonders im Bereich des Hauptbahnhofs und der Nordstadt. Die Behörden reagieren mit verstärkter Videoüberwachung und neuen Einsatzkonzepten. Im vergangenen Jahr wurden 3600 Gewaltdelikte verzeichnet – ein Rekordwert für die Stadt.

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Polizei Dortmund und Videobeobachtung am Hauptbahnhof

Seit einem halben Jahr steht ein Überwachungscontainer der Polizei auf dem Bahnhofsvorplatz. Nun sollen neon­gelbe Markierungen am Boden die Aufmerksamkeit erhöhen. Polizeipräsident Gregor Lange betont, dass sichtbare Kameras abschreckend wirken sollen. Ziel ist es, Täter wie Dealer oder Gewalttäter von der Innenstadt fernzuhalten.

Die Stadt verzeichnet seit Ende der Pandemie wieder mehr Delikte, darunter Körperverletzungen und Bedrohungen mit Stichwaffen. Besonders die Bahnhofsgegend gilt als Brennpunkt. Das Projekt „Fokus“ verstärkt die Kontrolle mit modernster Videoüberwachung und erhöhter Polizeipräsenz. In anderen Stadtteilen wie Brückstraße, Münsterstraße und Keuning-Park wurden ebenfalls Kameras installiert.

Viele Fälle von Drogenhandel
Viele Fälle von Drogenhandel, Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Mehrere Einsätze in der letzten Woche zeigen die Intensität der Maßnahmen:

  1. 118 Orte kontrolliert
  2. 329 Personen überprüft
  3. 128 Fahrzeuge kontrolliert
  4. 59 Platzverweise und 24 Strafanzeigen
  5. Zwei Festnahmen

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Polizeipräsident Gregor Lange und die ersten Erfolge

Das Sicherheitskonzept brachte zunächst steigende Fallzahlen, da mehr Taten erkannt wurden. Danach sank die Straßenkriminalität im Bereich der Polizeiinspektion Mitte bis September um bis zu 16 Prozent. Die Polizei spricht von einem vorsichtigen positiven Trend. Konkrete Ergebnisse erwartet man mit der neuen Kriminalstatistik im Frühjahr.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Drogenhandel. Dank Videoaufnahmen konnten zahlreiche Dealer auf frischer Tat ertappt werden. Auch Gewaltdelikte werden häufig live verfolgt. Ein Beispiel: Ein 53-Jähriger griff auf dem Bahnhofsvorplatz mehrere junge Männer an, die ihn niederschlugen. Ein Sicherheitsmitarbeiter, der eingriff, wurde mit einem Messer verletzt.

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Zusammenarbeit von Landes- und Bundespolizei

Die Kooperation zwischen den Polizeibehörden ist eng. Während die Bundespolizei für das Bahnhofsgebäude zuständig ist, überwacht die Landespolizei die umliegenden Bereiche. Die Grenze wird von Einsatzkräften „Dachkante“ genannt, ist jedoch bei Einsätzen praktisch aufgehoben. Gemeinsam führen sie Kontrollen und Festnahmen durch.

Seit Oktober bestehen zwei zusätzliche Ermittlungskommissionen, die sich auf das Umfeld des Bahnhofs konzentrieren. Zudem gilt dort ein Messertrageverbot. Über 190 Personen wurden bereits überprüft, die meisten führten keine Waffen mehr mit sich. Die Zahl der Messerangriffe geht insgesamt zurück.

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Neues Gewaltschutzkommissariat zur Täteridentifizierung

Nach Genehmigung durch das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen richtete die Dortmunder Polizei ein Gewaltschutzkommissariat ein. Dort laufen Ermittlungen zu Gewaltkriminalität, häuslicher Gewalt und Intensivstraftätern zusammen. Das Ziel: bekannte Täter schneller erkennen und festnehmen.

Im Kommissariat werden Daten von Verdächtigen zentral gesammelt. So können Verbindungen zwischen verschiedenen Taten aufgedeckt werden. Auch die Staatsanwaltschaft ist eingebunden – drei Staatsanwältinnen arbeiten dort im Sonderdezernat. Laut Polizeipräsident Lange führen die Maßnahmen zu schnelleren Verfahren und einer höheren Zahl vollstreckter Haftbefehle.

Die Polizei hofft, mit diesen neuen Strukturen die Gewaltkriminalität langfristig einzudämmen und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu stärken.

Quelle: WAZ