Das Verbrechen an Sara D. erschüttert weiterhin Dortmund. Die 30-jährige Jurastudentin wurde am 4. November 2024 brutal getötet – vor den Augen ihrer Kinder. Der mutmaßliche Täter: ihr Ex-Partner Azem D. (33). Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft. Der Fall, der als schwerer Femizid gilt, wirft ein düsteres Licht auf häusliche Gewalt und das Versagen von Schutzmechanismen.
Inhaltsverzeichnis:
- Bruder Atnan T. fordert harte Strafe für Azem D.
- Markus Blumenstein bezieht sich auf psychologisches Gutachten
- Keine Reue von Azem D. – Urteil am 24. Juli erwartet
Bruder Atnan T. fordert harte Strafe für Azem D.
Am vorletzten Verhandlungstag, dem 22. Juli, sprach Atnan T., der Bruder der Getöteten, eindringlich zur Strafkammer. Er schilderte die andauernden Bedrohungen, denen Sara trotz eines bestehenden Annäherungsverbots ausgesetzt war. Die Familie habe bis zuletzt versucht, sie zu schützen. Atnan T. betonte: „Wir sind sicher, er wird sich nicht ändern.“ In seinem Appell plädierte er für die Höchststrafe. Er warnte davor, dass Azem D. auch in Zukunft eine Gefahr darstellen könne.
Die Familie hatte Azem D. von Anfang an misstraut. Saras Onkel Sakir Ademi erklärte, man habe bereits vor zehn Jahren den Kopf geschüttelt, als Sara den Mazedonier über soziale Medien kennenlernte. Die spätere Ehe wurde für sie zur Tortur: Gewalt, Kontrolle und Isolation bestimmten den Alltag. Ihr Jurastudium musste sie abbrechen. Dennoch blieb sie bis zuletzt der gemeinsamen Kinder wegen in Kontakt mit Azem.
Markus Blumenstein bezieht sich auf psychologisches Gutachten
Verteidiger Markus Blumenstein versuchte am Dienstag, den Tatvorwurf des Mordes zu entkräften. Er stützte sich auf ein psychiatrisches Gutachten. Dieses attestiert Azem D. eine dissoziale Persönlichkeitsstruktur mit psychopathischen Zügen sowie malignen Narzissmus. Daraus leite sich ein extremes Kontrollbedürfnis ab. Die Trennung und der Entzug der Kinder seien für ihn ein „emotionaler Erdrutsch“ gewesen.
Laut Blumenstein sei sein Mandant zwar schuldfähig, jedoch durch die psychische Störung nur eingeschränkt in der Lage, hinterhältig oder aus niederen Beweggründen zu handeln. Er sprach deshalb von einer „pathologisch motivierten Eskalation“. Ziel des Anwalts ist eine Verurteilung wegen Totschlags, was eine Höchststrafe von 15 Jahren bedeuten würde – im Gegensatz zur lebenslangen Haft bei Mord.
Keine Reue von Azem D. – Urteil am 24. Juli erwartet
Beim sogenannten „letzten Wort“ äußerte sich Azem D. nicht zur Tat. Weder ein Geständnis noch eine Entschuldigung folgten. Stattdessen nickte er lediglich den Ausführungen seines Verteidigers zu. Für die Familie D. war dies ein weiterer Schlag. Die Hoffnung auf ein Schuldeingeständnis erfüllte sich nicht.
Das Urteil wird am 24. Juli 2025 erwartet. Die Strafkammer sprach zuvor von einer „erdrückenden Beweislage“. Nebenklage und Staatsanwaltschaft fordern die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Sollte das Gericht dieser Forderung folgen, wäre eine vorzeitige Entlassung aus der Haft nahezu ausgeschlossen.
Wichtige Fakten zum Fall Sara D.:
- 1. Tat am 4. November 2024 in Dortmund.
- 2. Täter: Ex-Partner Azem D., 33 Jahre alt.
- 3. Opfer: Jurastudentin Sara D., 30 Jahre alt.
- 4. Tat geschah vor den Augen der gemeinsamen Kinder.
- 5. Urteil wird am 24. Juli 2025 erwartet.
- 6. Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft mit besonderer Schwere der Schuld.
- 7. Verteidigung plädiert auf Totschlag.
Quelle: WAZ