Am Dienstagmorgen kam es in Dortmund erneut zu einem Unfall mit einer Stadtbahn der Linie U43. Ein Auto wurde auf der Rüschebrinkstraße seitlich von einer Bahn gerammt. Es ist bereits der dritte Unfall innerhalb von zwei Wochen. Die Polizei bestätigte, dass der Autofahrer verletzt wurde.
Inhaltsverzeichnis:
- Linie U43 zwischen Am Zehnthof und Döringhoff blockiert
- DSW21 kündigt Maßnahmen nach drittem Vorfall an
- Experte sieht langfristige Probleme im Straßenraum
- Unfallursache bleibt unklar
Linie U43 zwischen Am Zehnthof und Döringhoff blockiert
Gegen 8 Uhr alarmierten Zeugen die Polizei wegen eines Unfalls in Wambel. Eine Bahn der Linie U43 war stadtauswärts unterwegs, als ein Auto offenbar beim Abbiegen die Gleise überqueren wollte. Der 65-jährige Fahrer übersah laut ersten Ermittlungen die herannahende Bahn. Der Fahrer der Bahn leitete eine Notbremsung ein, konnte den Aufprall jedoch nicht verhindern.
Die Strecke wurde zwischen „Am Zehnthof“ und „Döringhoff“ für mehrere Stunden gesperrt. Gegen Mittag war der Unfallort geräumt. Fahrgäste in der Stadtbahn blieben unverletzt. Über den aktuellen Zustand des verletzten Autofahrers machte die Polizei zunächst keine Angaben.
DSW21 kündigt Maßnahmen nach drittem Vorfall an
Der Betreiber DSW21 bestätigte, dass in den letzten 14 Tagen bereits drei Unfälle entlang der Linie U43 registriert wurden. Zwei davon ereigneten sich im gleichen Bereich. Als Reaktion darauf will man nun gemeinsam mit der Stadt Maßnahmen prüfen. Eine Arbeitsgruppe wird gebildet.
Geplant sind unter anderem:
- zusätzliche Warnschilder,
- auffälligere Lichtsignale,
- verbesserte Markierungen im Gleisbereich.
Der Betreiber betonte, dass man alle technischen Möglichkeiten nutzen wolle, um weitere Kollisionen zu verhindern. Dennoch sei man auf die Kooperation der Autofahrer angewiesen.
Experte sieht langfristige Probleme im Straßenraum
Dr. Jürgen Brunsing von der Technischen Universität Dortmund sieht strukturelle Grenzen für die Sicherheit im gemischten Verkehr. In dicht bebauten Stadtteilen wie Wambel sei es kaum möglich, Bahntrassen komplett vom Autoverkehr zu trennen.
Laut Brunsing spielt auch die zunehmende Ablenkung am Steuer eine Rolle. Moderne Fahrzeuge verfügen über große Displays, Sprachsteuerung und vielfältige Assistenzsysteme. Diese Technik steigert das Unfallrisiko durch verminderte Aufmerksamkeit. Eine Lösung sieht er in gezielter Verkehrslenkung und mehr Schulungen für Fahrzeugführer.
Unfallursache bleibt unklar
Die Polizei hat die Ermittlungen zur genauen Unfallursache aufgenommen. Ein technischer Defekt wird derzeit ausgeschlossen. Der Fokus liegt auf der Fahrweise des Pkw-Fahrers und den Sichtverhältnissen vor Ort. Ob es Konsequenzen für den Fahrer geben wird, ist noch offen.
Die Stadt Dortmund und DSW21 wollen bereits kommende Woche erste Vorschläge zur Erhöhung der Sicherheit präsentieren.
Quelle: WDR