Ein ausgebrochener Serval hat in Schleswig-Holstein für Aufregung gesorgt. Das Raubtier entkam aus einem privaten Gehege in Reinbek bei Hamburg und wurde tagelang in Wohngebieten gesichtet. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Zwei weitere Servale, Dera und Komani, fanden kürzlich Zuflucht im Dortmunder Zoo. Dort leben sie nun hinter der Afrika-Anlage in einem gesicherten Gehege.
Inhaltsverzeichnis:
- Dera und Komani aus privater Haltung gerettet
- Servale sind keine Wohnungstiere
- Savannah-Katzen als riskante Alternative
Dera und Komani aus privater Haltung gerettet
Die beiden weiblichen Wildkatzen Dera und Komani wurden zuvor unter nicht artgerechten Bedingungen als Haustiere gehalten. Nach ihrer Rettung übernahm die Organisation „Animal Advocacy and Protection“ (AAP Deutschland) die Tiere. Zunächst kamen sie in eine Auffangstation in den Niederlanden. Anschließend erfolgte der Umzug in den Dortmunder Zoo.
Die Tierschutzorganisation warnt vor der Haltung von Servalen in Privathaushalten. Diese Wildtiere sind nicht domestiziert, benötigen viel Platz, Bewegung und zeigen in Gefangenschaft oft aggressives Verhalten. In freier Wildbahn jagen Servale mehrere Stunden am Tag und verteidigen ein Territorium von bis zu 6 Quadratkilometern. In Wohnungen führt das zu Problemen wie:
- Zerstörung von Möbeln
- Angriffen auf andere Haustiere
- Unkontrolliertes Markieren mit Urin
- Aggressionen gegenüber Menschen bei der Fütterung
Servale sind keine Wohnungstiere
Die Organisation AAP betont, dass Servale in Gefangenschaft unberechenbar agieren können. Es bestehe nicht nur ein Verletzungsrisiko, sondern auch Gefahr durch mögliche Übertragung von Krankheiten. Zusätzlich stellen Ernährung, Unterbringung und Temperatur hohe Anforderungen an Halter.
Ein Serval kostet beim Züchter bis zu 8000 Euro. Dazu kommen erhebliche Folgekosten für Futter, tierärztliche Versorgung und Gehegebau. Trotzdem zeigen viele sogenannte „Petfluencer“ in sozialen Netzwerken das Leben mit Servalen als idyllisch. Diese Darstellung entspricht jedoch nicht der Realität und verharmlost die Risiken.
Savannah-Katzen als riskante Alternative
Beliebt sind auch Hybridtiere wie Savannah-Katzen, eine Kreuzung aus Servalen und Hauskatzen. Diese Tiere können je nach Zuchtlinie bis zu 15.000 Euro kosten und behalten häufig die problematischen Verhaltensweisen ihrer wilden Vorfahren. Nur wenn mindestens vier Generationen zwischen der Kreuzung und dem Wildtier liegen, gelten sie als weniger gefährlich.
In Deutschland ist die Haltung von Servalen unterschiedlich geregelt:
- In Bayern und Hessen ist sie vollständig verboten.
- In anderen Bundesländern bedarf es einer Genehmigung vom Veterinäramt.
- Es muss ein Außengehege von mindestens 50 Quadratmetern vorhanden sein.
- Auch ein Wasserbecken ist Pflicht.
Trotz gesetzlicher Vorgaben landen immer wieder Wildkatzen wie Servale in ungeeigneten privaten Haushalten. Die Folgen sind nicht nur gefährlich für die Halter, sondern auch belastend für die Tiere selbst.
Quelle: WAZ, YouTube