Gänse verschmutzen Phoenix-See
Gänse verschmutzen Phoenix-See, Foto: pixabay

Im Sommer zieht der Phoenix-See in Dortmund zahlreiche Besucher an. Familien, Spaziergänger und Wassersportler kommen regelmäßig an das beliebte Gewässer. Doch die Suche nach einem sauberen Sitzplatz wird für viele zum Problem. Die Uferbereiche und Wiesen sind stark durch Vogelkot verschmutzt. Besonders Nil- und Kanadagänse hinterlassen große Mengen an Exkrementen, die Liegeflächen und Stege unbenutzbar machen.

Inhaltsverzeichnis:

Verschmutzte Stege und Wiesen durch Kanadagänse und Nilgänse

Die Tiere sind für viele zunächst ein beliebter Anblick. Kinder freuen sich, wenn die Gänse neugierig näherkommen. Der Eindruck ändert sich jedoch schnell, wenn Liegewiesen und Wege fast flächendeckend mit Kot bedeckt sind. Die Hinterlassenschaften der Tiere ähneln in Größe und Menge den Exkrementen kleiner Hunde. Am Segelzentrum ist das Problem besonders deutlich. Hier hinterlassen Kanadagänse, die bis zu 6,5 Kilogramm wiegen, breite Spuren auf Holzstegen und Sitzbereichen.

  • Reinigung der Grünflächen erfolgt nicht
  • Entfernung von Kot nur auf Holzstegen und Steganlagen
  • Beschwerden von Anwohnern und Besuchern nehmen zu

Laut Stadtsprecherin Alexandra Schürmann werde eine regelmäßige Säuberung nicht durchgeführt. Nur bei Bedarf reinige man die Stege.

Herkunft und Verhalten der invasiven Vogelarten

Nilgänse stammen ursprünglich aus Afrika und wurden als Ziergeflügel eingeführt. Kanadagänse kamen aus Nordamerika. Beide Arten haben sich inzwischen in vielen deutschen Städten etabliert. Nilgänse reagieren in der Brutzeit von März bis Juni oft aggressiv, auch gegenüber Menschen. Kanadagänse sind lauter und neigen zu Revierstreitigkeiten untereinander. Die Stadt kann keine genaue Zahl der Tiere am Phoenix-See nennen, da sie sich tagsüber an verschiedenen Orten aufhalten. Der Bestand sei im Vergleich zum Vorjahr stabil, mit zeitweisen Zuwächsen.

Kanadagänse im Phoenix-See
Kanadagänse im Phoenix-See, Foto: pixabay

Einfluss menschlicher Fütterung auf das Problem

Die Stadt Dortmund sieht einen Hauptgrund für die hohe Zahl an Gänsen in der Fütterung durch Besucher. Viele Spaziergänger geben den Tieren Brot oder andere Lebensmittel, obwohl dies verboten ist. Dadurch suchen die Tiere gezielt Orte auf, an denen viele Menschen sind. Das Füttern führt nicht nur zu einer höheren Gänsedichte, sondern auch zu einer Verschlechterung der Wasserqualität. Essensreste sinken auf den Seegrund und beeinflussen den Sauerstoffgehalt negativ.

Maßnahmen der Stadt gegen die Gänseplage

Die Stadt setzt auf sogenannte vergrämende Maßnahmen. Dazu gehört eine Uferbepflanzung, die für Gänse unattraktiv ist. Außerdem werden während der Brutzeit in Einzelfällen Eier entnommen, um den Bestand zu regulieren. Im Jagdjahr 2024/25 wurden in Dortmund insgesamt 378 Kanada-, Nil- und Graugänse erlegt. Am Phoenix-See selbst findet jedoch keine Jagd statt.

Neben Gänsen leben am See auch andere Vogelarten wie Reiherenten, Kolbenten, Teichhühner, Haubentaucher und gelegentlich Möwen. Sogar ein Schwanenpaar ist regelmäßig zu beobachten. Die Vielfalt bleibt also trotz des Problems erhalten.

Quelle: WAZ