Mehr Polizeipräsenz sorgt für sinkende Delikte in Dortmunds City
Mehr Polizeipräsenz sorgt für sinkende Delikte in Dortmunds City, Foto: Pixabay

Sicherheit bleibt das wichtigste Thema für die Menschen in Dortmund. 67 Prozent der Befragten nannten es beim WAZ-Stadtcheck als Priorität. Danach folgen Verkehr mit 48 Prozent und Wohnen sowie Stadtentwicklung mit 44 Prozent. Die Sicherheit erhielt im Durchschnitt die Note 3,37. Das bedeutet ein „Befriedigend Minus“. Im Ruhrgebiet fühlen sich Menschen nur in Velbert, Herne und Gelsenkirchen noch unsicherer.

Inhaltsverzeichnis:

Straftaten in Dortmund steigen seit 2021

Die Gesamtzahl der Straftaten in Dortmund ist bis 2021 kurz gesunken. Danach steigen die Zahlen wieder. 2024 wurden knapp 3000 Delikte mehr registriert, insgesamt 73.000.

  • 2022 lag der Anstieg bei 14 Prozent.
  • 2023 bei 12 Prozent.
  • 2024 bei 4 Prozent.

Die Innenstadt steht besonders im Fokus der Kritik. Viele Dortmunderinnen und Dortmunder beklagen die Situation rund um den Hauptbahnhof und den Drogenkonsumraum an der Martinstraße.

Rückgang der Kriminalität im Wachbereich Mitte

Der „Sonderstab Ordnung und Stadtleben“ wurde 2023 eingerichtet. Ziel war mehr Personal und mehr Kontrollen. Die Ergebnisse zeigen Wirkung.

  • Drogendelikte gingen von Januar bis Juli 2024 auf 2025 um knapp 27 Prozent zurück.
  • Messerdelikte sanken um 9 Prozent.
  • Raubdelikte gingen um 13 Prozent zurück.
  • Ladendiebstahl sank um 28 Prozent.
  • Diebstahl um 27 Prozent.
  • Die Gesamtkriminalität im Wachbereich Mitte verringerte sich um 13 Prozent.
Mehr Polizeikontrollen
Mehr Polizeikontrollen, Foto: Pixabay

Beispiele für Gesamtkriminalität Januar bis Juli:

  • 2022: 8722 Fälle
  • 2023: 11.651 Fälle
  • 2024: 12.415 Fälle
  • 2025: 10.783 Fälle

Beispiele für Drogendelikte Januar bis Juli:

  • 2022: 690 Fälle
  • 2023: 754 Fälle
  • 2024: 605 Fälle
  • 2025: 444 Fälle

Sexualdelikte und Gewalt

Die Zahl der Sexualdelikte bleibt seit 2020 bei rund 1000 Fällen jährlich. 2020 stieg sie um 208, 2021 um 125. 2022 sank sie um 8, 2023 stieg sie um 40, 2024 sank sie wieder um 76.

Die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen ging von 170 Fällen 2023 auf 149 Fälle 2024 zurück. Die meisten Vergewaltigungen finden im Bekanntenkreis statt. Plötzliche Überfälle durch Fremde sind laut Polizei sehr selten.

Die Zahl der Gewaltdelikte im Wachbereich Mitte stieg bis 2024. Nach Einführung des Sonderstabs sank sie um knapp 11 Prozent.

Aussagen der OB-Kandidaten

Michael Badura und Martin Cremer

Michael Badura (Tierschutzpartei) setzt auf neue Unternehmen, verstärkte Polizeipräsenz und ein grünes Stadtbild. Er will ein Gefühl von Gemeinschaft schaffen.
Martin Cremer (Einzelbewerber) sieht Sicherheit als sein Hauptthema. Viele Menschen meiden abends die Innenstadt.

Heinrich Garbe und Christian Gebel

Heinrich Garbe (AfD) spricht von Belagerung durch Nichtsesshafte und Drogenabhängige. Er nennt Überfälle, Raube und Belästigungen als Realität.
Christian Gebel (Volt) betont, dass Sicherheitsgefühl subjektiv sei. Er verweist auf Aufenthaltsqualität und nennt Helsinki als Beispiel für Verkehrssicherheit.

Alexander Kalouti und Fatma Karacakurtoglu

Alexander Kalouti (CDU) kritisiert die Verwahrlosung der Innenstadt. Er fordert mehr Personal des Ordnungsdienstes und Sozialarbeit.
Fatma Karacakurtoglu (Die Linke) warnt vor Panikmache. Sie setzt auf Beleuchtung, Prävention, Jugendarbeit sowie Frauentaxischeine und den Nachtexpress.

Michael Kauch und Katrin Lögering

Michael Kauch (FDP) kritisiert Zustände rund um den Bahnhof und fordert konsequentere Durchsetzung von Ordnung.
Katrin Lögering (Grüne) setzt auf Prävention, soziale Angebote und bessere Beleuchtung. Verdrängung löse Probleme nicht.

Marc Ossau und Olaf Schlösser

Marc Ossau (Freie Wähler) fordert Ordnungsbehörden mit klaren Befugnissen, etwa durch Bettelverbote und Platzverweise.
Olaf Schlösser (Die Partei) verweist satirisch auf Tauben, E-Scooter und Immobilienmarkt.

Thomas Westphal

Thomas Westphal (SPD) verweist auf den Sonderstab mit Polizei und Ordnungsamt. Dieses Modell sei bundesweit einmalig.

Vergleich der zentralen Fakten

Jahr Gesamtkriminalität (Jan–Jul) Drogendelikte (Jan–Jul) Vergewaltigungen
2022 8722 690 k. A.
2023 11.651 754 170
2024 12.415 605 149
2025 10.783 444 k. A.

Die Daten zeigen eine deutliche Senkung der Kriminalität im Wachbereich Mitte seit 2024. Gleichzeitig bleibt Sicherheit für die Bevölkerung das wichtigste Thema.

Quelle:  WAZ