Vielfalt im „Nansen“
Vielfalt im „Nansen“, pixabay/ Foto illustrativ

Im Dortmunder Hafenviertel zeigt das Restaurant „Nansen“, dass kulinarisches Miteinander auch mit unterschiedlichen Vorlieben möglich ist. Die Kombination aus veganen, vegetarischen und fleischhaltigen Gerichten auf einer übersichtlichen Speisekarte macht das Lokal zu einem Ort für gemischte Gruppen. Besonders sticht die Qualität der Speisen und das faire Preis-Leistungs-Verhältnis hervor. Unser aktueller Test zeigt, wie unterschiedlichste Geschmäcker hier auf ihre Kosten kommen – und wie das auch im Detail funktioniert.

Inhaltsverzeichnis:

Bärlauchknödel und Ricotta-Pappardelle im „Nansen“

Von sieben Vorspeisen, fünf Hauptgerichten und zwei Desserts sind über die Hälfte vegan. Nur ein einziges Hauptgericht enthält Fleisch – es handelt sich um gebratene Bärlauchknödel mit Boeuf Stroganow vom Bio-Rind. Die vegane Variante der Knödel basiert jedoch auf Spinat, da die Bärlauchsaison beendet ist. Das wurde bei der Bestellung durch die Bedienung offen kommuniziert.

Die Hauptgerichte überzeugten in Qualität und Zubereitung. Die Knödel waren ungewöhnlich fluffig, saftig und wurden mit einer intensiven Frankfurter Grünen Sauce serviert. Die frittierten Austernpilze darauf litten leicht unter der Panade, was jedoch den Gesamteindruck kaum trübte. Die gefüllten Pappardelle mit Ricotta und Zitronen-Minz-Butter erinnerten geschmacklich an einen herzhaften Käsekuchen – ungewöhnlich, aber sehr gelungen.

Geschmackliche Vielfalt bei den Vorspeisen

Auch die Vorspeisen überraschten durch kreative Kombinationen. Das frisch gebackene Brot mit grüner Pfefferbutter war der Auftakt. Dazu gab es zwei weitere Gerichte:

  • Gebackene Aubergine mit Harissa, Granatapfelsirup und Mangoldkimchi
  • Ganze Artischocke mit Kräuteröl

Vor allem die Artischocke, die selten auf Speisekarten in Dortmund zu finden ist, überzeugte mit ihrer Zubereitung. Die Aubergine war angenehm fettarm, das Kimchi mild, aber geschmacklich interessant. Die Vielfalt der Aromen war insgesamt gut abgestimmt.

Dessert und Atmosphäre im alten Kolonialwarenhaus

Als Nachtisch wurde eine vegane Grießcreme mit Rhabarber und Rhabarberbasilikumgranité serviert. Diese Kombination aus süß, sauer und kalt überzeugte – auch Gäste ohne vegane Vorlieben. Die zarte Anisnote rundete das Dessert elegant ab.

Das „Nansen“ befindet sich im historischen Gebäude eines ehemaligen Kolonialwarenhandels in der Speicherstraße. Eröffnet wurde das Restaurant 2024 im Rahmen des Projekts „Heimathafen Nordstadt“ der Grünbau gGmbH. Das Konzept: integrative Lerngastronomie, bei der Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt eine Perspektive bekommen. Als Gast bemerkt man davon nur die besonders herzliche Stimmung. Die Einrichtung kombiniert altes Mauerwerk mit modernem Mobiliar – stimmig und einladend.

Service, Preise und Fazit des Tests

Der Service im „Nansen“ war aufmerksam, freundlich und kompetent. Schon bei der Reservierung fiel die positive Atmosphäre auf. Die Bedienung half bei der Auswahl und gab praktische Tipps, etwa zur Artischocke. Auch Hunde sind im Restaurant willkommen.

Die Preise liegen im mittleren bis gehobenen Bereich:

  • Vorspeisen: 6 bis 13,50 Euro
  • Hauptgerichte: 10,50 bis 24,50 Euro
  • Desserts: ab 6 Euro

Für zwei Vorspeisen, zwei Hauptgerichte, ein Dessert sowie Getränke zahlten wir 92,80 Euro. Angesichts von Qualität, Ambiente und Service ist dieses Preisniveau gerechtfertigt.

Gute Wahl für gemischte Gruppen

Das „Nansen“ eignet sich hervorragend für Gruppen mit gemischten Ernährungsweisen. Sowohl Veganer als auch Vegetarier finden eine vielfältige Auswahl. Auch Fleischesser kommen auf ihre Kosten, obwohl die Auswahl für sie begrenzter ist. Wer jedoch ein klassisches Steak erwartet, sollte sich besser nach einer Alternative umsehen. Wer Vielfalt, Qualität und Offenheit schätzt, wird im „Nansen“ fündig.

Adresse: Speicherstraße 15, Dortmund
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 17–22 Uhr, Freitag und Samstag bis 23 Uhr. Sonntag und Montag geschlossen.
Telefon: 0231 22616210
Webseite: nansen-dortmund.de

Quelle: WAZ